Sie haben sicher schon davon gehört - das

 

Unterwasserlaufband

 

 

Vorab - ich habe keines.

 

Das Unterwasserlaufband (UWL) - ein großer Glaskasten mit einem innen liegenden Laufband und der Möglichkeit das Wasser zu temperieren, hat aber durchaus seine Vorteile:

 

* intensives Muskelaufbautraining in kurzer Zeit

* gelenk schonendes Training durch den Wasserauftrieb

* angenehmes warmes Wasser

* Intensivierung des Trainings durch Gegenstromanlage und Steigungseinstellung

 

Aber auch ein nicht zu unterschätzender Marketingeffekt, denn sowohl für viele Hundehalter, wie auch Tierärzte ist das UWL praktisch ein Garant für eine gute und effektive Tierphysiotherapie.

 

Gehört das Unterwasserlaufband deshalb für mich zur Grundausstattung in meine Praxis? - Ich meine "nein".

 

Die Wahrheit ist- der Muskelaufbau ist nur ein kleiner Teil der Arbeit des Physiotherapeuten. Davor liegen Befundung (nach Diagnose vom Tierarzt), das Erstellen eines Behandlungsplans, die Behandlungen zur Minderung von Schmerz, Behandlung von Arthosen, Muskeln, Sehnen, Bändern, Nerven oder Gelenkschäden, das Lösen von Blockaden usw, usw.

Danach folgt erst die Gangbildschulung und der Muskelaufbau. Man kann also die Physiotherapie nicht auf das Benutzen eines Wasserlaufbands reduzieren.

 

Für den Muskelaufbau stehen uns Tierphysiotherapeuten unzählige Möglichkeiten und Techniken zur Verfügung. Vielleicht sind diese anstrengender als seinen Hund ins UWL zu schicken, aber auch diese Anstrengung birgt Vorteile. Jedes gemeinsame Üben und Erarbeiten von Ihnen und Ihrem Hund stärkt unzweifelhaft auch Ihre Bindung zueinander. Und - nicht jeder Hund mag in einen Glaskasten gesteckt werden.

 

Ich bin als Therapeutin und auch selbst ein großer Fan der Wassergymnastik und dem Schwimmen. Auch hier werden die Gelenke durch den Wasserauftrieb geschont und die Muskulatur intensiv - aber schonend - gekräftigt. Auch hier wird dem Körper bis zu 80% des Gewichts abgenommen! Das wiederum führt dazu, dass im Wasser Bewegungen möglich werden, zu denen man an Land nicht (mehr) in der Lage ist. Aber - in einem großen "Becken" habe ich die Möglichkeit eine Vielzahl von Bewegungsvarianten durchzuführen und der Hund ist nicht auf einen engen Glaskasten beschränkt.

 

Deshalb gehe ich im Sommer gerne mit Hund und Herrchen zum nächsten Badesee oder Fluss.

Kleinere Hunde werden - unter Anleitung - in der heimischen Badewanne trainiert.

 

So ist - für mich - ein unbeschwertes, spielerisches und möglichst natürliches Training wichtig, bei dem vor allem der Patient und sein Herrchen viel Spaß haben, und das trotzdem sehr effektiv ist.